Was bedeutet Gradtagszahlen?
Im Januar wird ein Vielfaches dessen geheizt, was im Juni anfällt. Eine Aufteilung der Heizkosten nach Kalendertagen wäre bei einem Mieterwechsel im laufenden Jahr deshalb ungerecht. Die Gradtagszahlentabelle löst das Problem, indem sie jedem Monat einen Anteil am Jahresheizbedarf zuweist – die Wintermonate erhalten hohe, die Sommermonate sehr niedrige Werte. Üblich ist eine Tabelle, die das Jahr auf 1.000 Anteile verteilt.
Rechtsgrundlage ist § 9b der Heizkostenverordnung. Bei einem Nutzerwechsel ist grundsätzlich eine Zwischenablesung vorzunehmen; der so ermittelte Verbrauch wird den Nutzern direkt zugeordnet. Die verbrauchsunabhängigen Kosten der Wärmeversorgung werden nach Gradtagszahlen oder zeitanteilig aufgeteilt, die übrigen Kosten des Warmwassers zeitanteilig. Ist eine Zwischenablesung nicht möglich oder liefert sie wegen des Zeitpunkts kein brauchbares Ergebnis, werden die gesamten Kosten nach Gradtagszahlen oder zeitanteilig verteilt.
In der Abrechnung sollte erkennbar sein, welche Methode angewandt wurde und für welchen Zeitraum welcher Anteil angesetzt ist. Das gilt auch für Leerstandszeiten zwischen zwei Mietverhältnissen: Den darauf entfallenden Anteil trägt der Vermieter.
Die Erläuterung gibt den allgemeinen Stand wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
